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Donnerstag, 21. Februar 2008

Pflaumenbluete - Die ersten Boten des Fruehlings

Ueber Minus-Grade muss man in Tokyo nicht klagen aber rein gefuehlsmaessig war es doch ein langer und recht kalter Winter. Die tiefsten Temperaturen in Japan finden sich im Januar und Februar, wobei die letzen Blaetter im Dezember fallen und sich der Fruehling im Februar aber schon wieder, wenn dieses Jahr auch noch etwas zaghaft, in Form der ersten bluehenden Pflaumenbaeume zeigt. Die ersten Boten des Fruehlings, auf die alle gewartet haben ... hier auf ein paar Bildern aus einem Park in der Nachbarschaft zu sehen. Dieses Wochenende duerften die Pflaumenbaeume wohl in voller Bluete stehen aber ich finde gerade so die ersten Blueten, die sich aus den kahlen Aesten ans Sonnenlicht kaempfen, am schoensten. Die Natur sagt damit: "Hier bin ich wieder !!!"








Montag, 11. Februar 2008

Bohnen statt Kamelle - Setsubun, Schnee in Tokyo und die Prinzessin

Setsubun nennt man hier das traditionelle Fest zum "Wechsel der Jahreszeit", an dem hier am 3. oder 4. Februar mit Bohnen nach dem Teufel geworfen wird um die Daemonen, das Boese und nicht zuletzt den Winter zu vertreiben.
Nun, letzterer hat sich dieses Jahr genau an diesem Tag mit fuer Tokyo ziemlich seltenem Schneefall gezeigt, so dass Freunde, die zur der Zeit aus Deutschland hierher zu Besuch gekommen sind wahrscheinlich dachten, sie waeren in Moskau und nicht in der japanischen Hauptstadt gelandet ;-)))
Hier jedenfalls ein kleines Filmchen von der Setsubun-Parade in Shimokitazawa, einem kleinen Stadtteil in der Nachbarschaft und dem alljaehrlichen "Promis werfen Bohnen-Event" im Hie-Jinja-Schrein in Akasaka, zu dem dieses Jahr wegen des ungemuetlichen Wetters keine Zehntausende sondern nur eine Hand voll Leute erschienen sind. Uns hat's gefreut ... kein Gedraengel und Deutsche sind ja bekanntlich wetterfest.

Link: sevenload.com

Und hier noch ein paar Bilder vom letzten Jahr, in dem sich das Wetter von einer wesentlich besseren Seite gezeigt hat.





Der Winter hat sich allerdings ohnehin nur einen Tag gehalten und der Schnee ist auch nicht liegen geblieben, vieleicht weil die Bohnen gewirkt haben ... oder weil es in Tokyo dann doch einfach auch im Winter zu warm ist.

So ist uns waehrend des Besuches meiner Freunde hier nicht nur dieses auesserst seltene Bild gelungen ...


... wir haben auch zufaellig auf dem Weg zum kaiserlichen Garten ( der an diesem Tag leider aber ausgerechnet geschlossen war ) die japanische Kronprinzessin Masako zu Gesicht bekommen, die gerade in einer weissen Limousine das Palastgelaende verlassen hat. Ein ebenfalls seltener Anblick, da die kaiserliche Familie normalerweise voellig zurueckgezogen lebt und sich praktisch nie in der Oeffentlichkeit zeigt. Jedenfalls hat sie nett gelaechelt und uns zugewinkt.

Samstag, 15. Dezember 2007

Vorweihnachtszeit - Shibuya und Ginza

Japan ist kein christliches Land aber man ist gegenueber allen Religionen tolerant. Viele Feste und Traditionen haben shintoistischen Ursprung, geheiratet wird neuerdings gerne christlich und Beerdigungen werden zumeist nach budhistischem Ritual abgehalten. Und so darf auch Weihnachten in der bunten Palette der Festlichkeiten nicht fehlen. Allerdings, und das muss man ehrlich sagen, ist Weihnachten hier wirklich nur in der rein kommerzialisiert romatischen Form vorzufinden ... den eigentlichen Hintergrund kennt kaum einer. Die Weihnachtsbeleuchtung faellt in den Einkaufsmeilen auch kaum auf, weil ohnehin alles blinkt und leuchtet aber dennoch gruppieren sich natuerlich Scharen an Japanern photographierenderweise vor jedem aufgestellten Weihnachtsbaum ;-))) Die wohl opulenteste Weihnachtsszenerie findet sich wohl in Odaiba und Roppongi aber ich habe hier einfach mal ein paar Szenen aus Shibuya und Ginza zusammengeschnitten, zwei doch recht gegensetzlichen Stadtteilen, auch wenn sie vom Erscheinungsbild fuer den fremden Betrachter zunaechst aehnlich aussehen moegen. Shibuya ist aber neben Harajuku das Zentrum der Jugend hier in Tokyo ( die meisten Szenen stammen von der beruehmten "Hachiko-Kreuzung" ) und die Ginza ist die teuerste und edelste Einkaufsstrasse der Welt.
Ich wuensche einfach viel Spass bei den ersten Impressionen aus dem vorweihnachtlichen Tokyo !!!

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Herbst Teil 1


Die Jahreszeiten sind ein fester Bestandteil der japanischen Kultur, obgleich sie in ihrem aeusseren Erscheinungsbild zeitlich ein wenig von den unseren verschoben sind. So wird hier in Mode und Dekoration bereits der Herbst eingelaeutet, wenn nach deutschen Massstaeben eindeutig noch Badehosenwetter ist und die fuer Japan ebenso wie die Kirschbluete beruehmte Blaetterfaerbung faellt im Grunde in die Weihnachtszeit. So kann man sich zuweilen auch nicht so recht entscheiden, wie auf dem ersten Bild des herbstlich gefaerbten Weihnachtsbaumes zu sehen ist.


Ansonsten haelt der Herbst hier, was er verspricht. Die wenigen gruenen Oasen in Tokyo faerben sich bunt und man hat ein bisschen den Verdacht, dass es nahezu so designed ist wie es sich einem darbietet. Hier ein paar Bilder von der ersten Phase der Blaetterfaerbung, aufgenommen Ende November.













Und hier ein paar Aufnahmen aus der Nachbarstadt Kamakura, von der mir besonders das letze persoenlich sehr gut gefaellt. Aus einem Tempel heraus kann man den Ausblick auf einen Garten geniessen, der nach den Prinzipien des "Zen" angelegt wurde ... ein Ort der Entspannung vom Dschungel der Grossstadt.





Fortsetzung folgt ... u.a. mit Bildern vom "roten Ahorn", der wie der Kirschbaum im Fruehling, das eigentliche Wahrzeichen des japanischen Herbstes ist. Aber bereits auf einigen dieser Bilder ist er zu sehen ... so feuerrot leuchtend, dass die automatische Farbeinstellung der Kamera zumeist versagt.

Donnerstag, 6. September 2007

Super Yosakoi in Harajuku

Yosakoi, das woertlich uebersetzt "Komm in der Nacht" bedeutet, ist eine Art Verbindung traditioneller japanischer Formen des Tanzes mit modernen Elementen. Ende der 50er Jahre entstanden, ist es heute eine der groessten und beliebtesten Veranstaltungen im Sommer. Mehr als 2000 Taenzer formieren sich in Gruppen aus verschiedenen Gegenden, die jeweils durch Kostueme und Choreographie eine eigene Interpretation des Yosakoi auffuehren.


Es ist denn schon was warm an diesem August-Wochenende und man schwitzt eigentlich schon beim zuschauen, aber die Taenzer geben echt alles ... von morgens bis spaet am abend an verschiedenen Orten rund um den Yoyogi-Park.


Getanzt wie bei uns wird in Japan kaum. Ein paar Jugendliche verirren sich evtl. in einem der Hip-Hop-Clubs und der Gesellschaftstanz gilt hoechstens als exotisches Hobby unter Rentnern. Wen wundert's ? In Japan macht man natuerlich alles in der Gruppe ... und eine Uniform braucht man selbstverstaendlich auch zum Glueck ;-))) Und ... Spass macht es auch ... jung und alt ...



... und der Yosakoi hat es schon in sich. Teilweise grenzen die Vorfuehrung schon an Akrobatik und viel Luft braucht man alle mal.


Bunte Kostueme, wilde Taenze ... und in jeder Hinsicht ein Fest fuer die Sinne ...



Vorne weg faehrt immer ein Wagen, auf dem die Musik ( meist Live ) gemacht wird und den Abschluss bildet oft ein Fahnenschwenker mit einer ueberdimensionalen Fahne.


Um die zu bewegen, braucht man doch ein paar Muckis ;-)))


40 Grad im Schatten ... aber kein Schweisstropfen kann das Laecheln trueben ...


... und zwischen den Auffuehrungen bleibt auf jeden Fall Zeit, sich auch etwas zu staerken.


Und dann geht es weiter ... bis die Sonne untergeht.






Hab mich schon anstecken lassen und vielleicht finde ich ja eine Gruppe, die auch einen verrueckten "Gaijin" ( Auslaender ) aufnimmt. Dann bin ich im naechsten Jahr auf jeden Fall auch mit dabei ... beim Super-Yosakoi.

Und hier das ganze nochmal in bewegten Bildern. Hat was gedauert, bis ich es so zusammengeschnibbelt hatte, dass es in YouTube passt. Viel Spass beim anschauen !!!



Mittwoch, 6. Juni 2007

Oazapft is ... Oktoberfest in Tokyo

Oazapft is ... Oktoberfest ( allerdings im Mai ) in Tokyo. Deutsches Bier, Weisswurst und Volksmusik sollen die Bewohner Tokyos in den Hibiya-Park locken um richtig abzufeiern. Deutschland made in Japan, denn ausser 2 Amateurmusiker, die man extra aus Bayern einfliegen hat lassen und ein paar Deutschen die man in Tokyo fuers Bierzapfen ( und vor allem Stimmung machen ) rekrutiert hat, ist nicht viel Praesenz aus der Heimat zu sehen.


Aber wen kratzt das schon ? Die Stimmung ist klasse und die Jungs aus Bayern geniessen ganz offensichtlich ihre ploetzliche Prominenz.


Ich arbeite fuer eine japanische Importfirma, die auch ein paar deutsche Restaurants in Tokyo betreibt.


Spaten-Bier und Franziskaner Weissbier fliessen in Stroemen ( nicht nur fuer die Kunden ). Man laesst uns Gaijin freie Hand und die Taktik geht auf. "Issho ni ganbaru" ( sich zusammen anstrengen ) praegt die Arbeitsstimmung in Japan. Keine Vorschriften, kein "ich bin der Boss"-Gehabe ... Japaner und Deutsch arbeiten Hand in Hand ... jeder gibt sein Bestes und hat Spass dabei.


Irashaimaseeeee ... oishi biruuuuuu ... kommt her ... leckeres Bier ... und die Kunden kommen. Viele haben schon nach dem ersten Glas eine rote Birne aber es wird weiter getrunken. Der eine oder andere war auch schon mal auf dem richtigen Oktoberfest und hat sich bereits mit dem entsprechenden Outfit eingedeckt.


Und hin und wieder gekingt es mir auch zu vermitteln, dass Deutschland nicht nur Bayern ist. Hey ... es gibt auch noch das Rheinland ... schon mal ein leckeres Alt oder Koelsch getrunken ? Immerhin haben die bayrischen Musiker auch ein "Viva Colonia" drauf ... und das Pferd steht zwar nicht auf dem Flur ... aber ist auch hier durstig ;-)))


Die 2 Jungs aus Garmisch fliegen Freitag wieder und ich bin sicher das naechste Mal auch wieder mit dabei ... wenn es im Land des Laechelns heisst: "Oazapft is !!!"